Auf dieser Seite finden Sie folgende Inhalte:
- Reifenquerschnitt
- Luftdruck
- Profiltiefe
- Reifenbelastung und Geschwindigkeiten
- Reifenersatz
- Reifenlagerung und Pflege
- Winterreifen
- Reifenzustand
- Reifenbezeichnung
- ECE Prüfzeichen
Reifenquerschnitt
Meist kann man Schäden nicht mit dem bloßen Auge erkennen. Ursachen für eine Beschädigung können längere Zeit zurück liegen, bevor sie äußerlich sichtbar werden. Die häufigsten Gründe für Reifendefekte:
- äußere Einwirkungen, aus denen Einfahr- und Schnittschäden resultieren
- Anwendungsfehler, wie z.B. Fahren mit zu niedrigem Luftdruck oder Überfahren von Bordsteinen.
- Laufstreifen
Profil und Mischung beeinflussen die Haftung auf der Straße. - Laufstreifen-Unterplattte
Verbindet den Laufstreifen mit der Nylonabeckung. - Microflanco
Verbindet die Lauffläche mit dem Seitenteil. - Nylonabdeckung(2 Lagen, spiralgewickelt)
Sicherheitsbandage für Hochgeschwindigkeitsreifen. - Stahlgürtel
Festigkeitsträger; beeinflusst Fahreigenschften und Reifenkontur. - Karkasse (aus Rayon oder Polyester)
Festigkeitsträger, konturbestimmend für den Querschnitt. - Seitenteil
Schützt die Karkasse. - Liner
Zur Abdichtung, statt Schlauch. - Wulstschutz
Beeinflusst die Stabilität, Felgenschutz. - Kernreiter
Beeinflusst die Stabilität. - Kabel (Stahldraht)
Sichert den Felgenschutz. - Mischungs-Wulstschutz
Schützt vor Montageschäden - Kernfahne (Kreuzgewebe aus Kevlar oder Rayon)
Beeinflusst die Stabilität.
Zu niedriger Luftdruck führt zu einer starken Erwärmung des Reifens.
Folgen:
- Reifenschäden
- schlechte Fahrstabilität
- hoher Reifenverschleiß
- hoher Kraftstoffverbrauch
Richtiger Reifenfülldruck
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Zu hoher Reifenfülldruck
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Zu niedriger Reifenfülldruck
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Tipps
- Luftdruck alle 14 Tage und besonders vor langen Fahrten am kalten Reifen prüfen!
- Bei warmen Reifen in keinem Fall Luft ablassen!
- Luftdruck an die jeweilige Beladung anpassen. Informationen hierüber stehen in der Bedienungsanleitung, am Türholm oder Tankdeckel.
- Für Breitreifen gelten spezielle Luftdruckangaben. Fragen Sie den Reifenhersteller, Umrüster oder Tuner.
- Reserverad nie vergessen!
- Immer Ventilschutzkappen aufsetzen.
Ab 4 mm Profiltiefe nimmt die Haftung bei nasser Fahrbahn ab. Hohe Aquaplaning-gefahr bei Breitreifen.
Tipps
- Reifen nicht bis auf die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm abfahren!
- Empfohlene Mindestprofiltiefe
- Sommerreifen 2,5 mm
- Breitreifen 3 mm
- Winterreifen 4 mm
| 8,0 mm | 3,0 mm | 1,6 mm | |
| im Stand | |||
| Deutlich sind die tiefen Profilrillen zu erkennen, über die das Wasser bei der Fahrt abgeleitet wird. | Nur im Stand sind bei 3 mm Profiltiefe kaum Unterschiede zum Neureifen auszuma-chen. | Einige Stellen sind schon blank, die Rillen unterbrochen. Hier staut sich beim Fah-ren das Wasser. | |
| bei Tempo 70 | |||
| Der neue Reifen verliert bei 70 km/h kaum Bodenkontakt. Die Rillen verdrängen das Wasser. | Es hat sich bereits ein Wasserkeil (oben) gebildet, der sich vorn unter den Reifen schiebt. | Große Gefahr: Der Wasserkeil schiebt sich fast unter die gesamte auflagefläche des Reifens. | |
| bei Tempo 100 | |||
| Zu schnell. Die Rillen schaffen es nicht mehr. Nur seitlich und hinten besteht Bodenkontakt | Nur noch seitlich Kontakt. Jede Brems- oder Lenkbewegung kann verhängnisvoll werden. | Die Reifen heben ab, das Auto schwimmt, es ist vom Fahrer nicht mehr zu kontrollieren. |
Reifenbelastung und Geschwindigkeiten
Speziell im Urlaub kommen mehrere Faktoren zusammen, die den Reifen extrem belasten.
Tipps
Daher
- Fahrzeug nicht überladen!
- Luftdruck beachten!
- keine zu hohe Geschwindigkeit!
- hohe Außentemperaturen berücksichtigen!
Reifenersatz
Verwenden Sie nur Reifen, die für Ihr Fahrzeug zugelassen sind (Fahrzeugschein Ziffer 20 bis 23). Andernfalls erlischt die Betriebserlaubnis. Umrüstungen, die nicht im Fahrzeugschein genannt werden, müssen mit entsprechendem Gutachten (ABE) nachträglich eingetragen werden.
Tipps
- Keine Reifen
- verschiedener Hersteller,
- mit unterschiedlichem Profil,
- mit unterschiedlicher Profiltiefe
- Vierradantrieb erfordert vier identische Reifen!
- Reserverad in den Tausch der Reifen einbeziehen!
- Im Zweifelsfall besseren Reifen auf der Hinterachse!
- Bei Neumontage von Reifen immer neue Ventile einsetzen!
- Laufrichtungsvorgaben des Reifenherstellers beachten!
Reifenlagerung und Pflege
Vor Reifenwechsel zuerst Laufrichtung und Position markieren, (z.B. VR = vorne rechts). Reifen gründlich reinigen (keine Hochdruckgeräte!) und auf Beschädigungen überprüfen.
Tipps
- Reifen immer kühl, trocken und dunkel lagern! Gummi altert durch Wärme schneller.
- Benzin, Öl, Fett und Lösungsmittel von Reifen fernhalten!
- Reifen mit Felgen am besten liegend stapeln oder hängend aufbewahren! Reifen ohne Felgen senkrecht stellen und von Zeit zu Zeit drehen!
Winterreifen
- Die Gummimischungen der Sommerreifen verhärten bei Temperaturen unter 7°C. Deshalb sind Winterreifen in der Kälte auch auf trockenen Straßen besser.
- Besonders gefährlich im Winter: Breitreifen mit Sommerprofil und Hochgeschwindigkeitsreifen.
- Immer vier Winterreifen aufziehen.
- Falls die Reifenhöchstgeschwindigkeit unter der Fahrzeughöchstgeschwindigkeit liegt, muss laut Gesetz ein Aufkleber mit der aktuellen Höchstgeschwindigkeit im Blickfeld des Fahrers angebracht werden.
- Im Falle eines unverschuldeten Unfalls bei schneeglatter Straße mit Sommerreifen droht eine Mitverschuldensquote von 20%.
Tipps
- Reifen regelmäßig auf Stiche, Schnitte, Risse und Beulen untersuchen!
- Ein verändertes Rollgeräusch oder Rütteln am Lenkrad kann auf einen gefährlichen Reifenschaden hinweisen! Vorsichtig weiterfahren und Reifen im Fachbetrieb prüfen lassen.
- Bordsteinkanten am besten gar nicht oder nur langsam im rechten Winkel überfahren. Spitzwinkliges Überfahren kann die innere Reifenstruktur schädigen. Dies kann zu einem späteren Zeitpunkt zum Platzen führen.
Reifenbezeichnung
Jeder Reifen ist an der Seitenwand durch den Hersteller mit einer normierten Zahlen- und Buchstabenfolge gekennzeichnet.
Beispiel: 205/50 R 15 86 V
Bedeutung:
- 205 Breite des Reifens in mm
- 50 Verhältnis Höhe zur Breite des Reifens in % (hier 50% der Breite)
- R Kennzeichnung der Bauart "Radialreifen"
- 15 Felgendurchmesser in Zoll
- 86 Tragfähigkeitskennzahl (hier: 530 kg)
- V Kennzeichnung für die Geschwindigkeitsklasse (hier: bis 240 km/h)
ECE Prüfzeichen
Seit Oktober 1998 müssen Neureifen europäischen Qualitätsstandards entsprechen.
Als Prüfzeichen dient das ECE-Prüfzeichen auf der Reifenseite.
E4
XXXR - 0024343<
Aus der DOT - Nummer ist das Alter der Reifen zu erkennen.
Die letzten drei Ziffern der DOT - Nummer weisen Produktionswoche und -jahr aus.
Die Zahlenfolge "434<" bedeutet, dass der Reifen in der 43. Woche im Jahr 1994 hergestellt wurde, wobei das Dreieck für die 90er-Jahre steht.
Fehlt das Dreieck, stammt der Reifen noch aus den 80er-Jahren. Ab Januar 2000 ist eine vierstellige DOT - Nummer vorgeschrieben.
"0100" bedeutet, dass der Reifen in der 1. Woche des Jahres 2000 produziert wurde. Winter- und Ganzjahresreifen haben die zusätzliche Bezeichnung "M+S".
Eine Aktion des Deutschen Verkehrssicherheitsrates und seiner Mitglieder.
Unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.
Mit freundlicher Genehmigung des DVR.
Hier finden Sie weitere Informationen des Kraftfahrzeug-Gewerbes zum Reifencheck (pdf.1.32 MB)
| Herausgeber | LPS, Beratungsstelle für Verkehrssicherheit | |
| Aktualisierungsdatum | 30.03.2007 |


