Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Kaiserslautern und die Bundespolizei führen für die ARGE Kaiserslautern ein Programm zur Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz durch. Im Mittelpunkt stehen sicherheitstechnische Maßnahmen und Seminare zur Eigensicherung. In den letzten zwei Jahren hat die ARGE Kaiserslautern eine zunehmende Zahl von Angriffen auf Bedienstete feststellen müssen, Schwerster Vorfall bisher war eine Attacke im Dezember 2007, bei der ein Arbeitsloser eine Sachbearbeiterin durch Messerstiche schwer verletzte.
Auf Wunsch der ARGE-Geschäftsleitung führte Kriminalhauptkommissar Peter Specht von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle als ersten Schritt eine Schwachstellenanalyse der Arbeitsräume durch. Schon in den vergangenen Jahren hatte die ARGE einige Verbesserungen wie Alarmknöpfe und zusätzliche Verbindungen zwischen den Büros vorgenommen. Die Ergebnisse der neuen Schwachstellenanalyse sollen nun so schnell wie möglich umgesetzt werden. Zweiter Programmpunkt ist ein Präventionsseminar für die Belegschaft der ARGE, dem als dritter Block acht Eigensicherungs-Seminare zum Umgang mit gewaltbereiter Kundschaft folgen.
Gebäude der ARGE Kaiserslautern. Rechts: Der Geschäftsführer der Arge Kaiserslautern, Günter Antes, berichtet über die bisherigen Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit
130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ARGE nahmen am 9. Januar 2007 am Präventionsseminar teil.. Der Geschäftsführer der Arge Kaiserslautern, Günter Antes, informierte die ARGE-Mitarbeiter über die Ergebnisse der Schwachstellenanalyse und die geplanten Maßnahmen. Eine spezielle Chipkarte wird in Zukunft dafür sorgen, dass nur noch tatsächliche Mitarbeiter den Personaleingang passieren können. Kunden werden die Büros der Sachbearbeiter nur noch nach Aufruf betreten können, die Türklinken werden durch Knäufe ersetzt. In den Räumen konfliktträchtiger Sachgebiete werden Barrieren einen Sicherheitsabstand garantieren. Derzeit wird auch geprüft, wie eine von der Polizei vorgeschlagene Videoüberwachung umgesetzt werden kann. Der Bezirksdienst der Polizei wird zukünftig bei seinen Streifen das Gebäude der Arge regelmäßig einbeziehen.
Kriminalhauptkommissar Specht erläuterte Krisenplanung und verhaltensorientierte Prävention. Als Grundlage für mehr Sicherheit sollte ein behördeninterner Krisenplan sein, der u.a., wer in welcher Reihenfolge zu verständigen ist, welche Anweisungen für Mitarbeiter und Kunden notwendig sind und regelt Evakuierung, Absperrung, Opferbetreuung. Die Polizei werde auch die Erstellung eines Krisenhandbuchs unterstützen. Er empfahl die Einsetzung eines Sicherheitsbeauftragten, der alle internen Maßnahmen koordiniert und regelmäßig fortschreibt. Die Belegschaft sollte regelmäßig fortgebildet werden, jeder Sachbearbeiter sollte das behördeninterne Sicherheitskonzept kennen, um angemessen reagieren zu können.
Für das angemessene Verhalten in Gefahrensituationen sei eine Schulung in kundenorientiertem Verhalten, im Umgang mit Aggression und in Deeskalationsstrategien empfehlenswert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien so über mögliche Gefahrensituationen informiert und in der Lage, Anzeichen von Gewalt rechtzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Stress könne man aber bereits im Vorfeld minimieren, z. B. durch Maßnahmen, die die Wartezeit verringern und gegenseitiges Aufschaukeln aggressiver Besucher unterbinden.
Aus dem Publikum kamen zahlreiche Fragen zu den technischen Maßnahmen, zu rechtlichen Voraussetzungen der Notwehr und der Frage unterlassener Hilfeleistung.
Was die Teilnehmer in den Seminaren für Eigensicherung ab Februar erwartet, stellte Polizeihauptmeister Sven Ole Schlüter von der Bundespolizei vor. Um in einer Gefahrensituation angemessen zu reagieren und sich gegen eine körperlich überlegene, gewaltorientierte Person verteidigen zu können, sei nicht nur das Trainieren effektiver Techniken sowie der Verteidigungswille erforderlich, sondern auch die Reflexion der eigenen Ausstrahlung auf das gewaltbereite Gegenüber. Inhalte der Seminare werden Kommunikation und Distanzverhalten, theoretische Grundlangen der Selbstverteidigung, Situationstraining und Rollenspiele sein.
Die Termine werden noch bekannt gegeben. Auf Wunsch der ARGE sollen ähnliche Veranstaltungsreihen nun auch in anderen Dienststellen durchgeführt werden, erste Station wird voraussichtlich Landstuhl sein. Zum Bezirk der Agentur für Arbeit Kaiserslautern gehören neben der Hauptagentur in Kaiserslautern die Geschäftsstellen Kirchheimbolanden, Kusel, Landstuhl, Lauterecken, Rockenhausen und Waldmohr.
Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle K 15
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| Autor | Fischer | |
| Herausgeber | Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle K 15 | |
| Aktualisierungsdatum | 11.1.2008 |

