
Der Straßenverkehr in Deutschland steigt seit Jahren kontinuierlich an. Knapp 51 Millionen Fahrzeuge sind derzeit in Deutschland amtlich zugelassen. Hinzu kommen der Transitverkehr aus den Nachbarländern und im immer stärkeren Maße auch der transeuropäische Schwerlastverkehr. Die Landesmeldestelle für den Verkehrswarndienst betreibt mit innovativen Systemen ein modernes Verkehrsmanagement, um die Verkehrsteilnehmer vor Gefahren im Straßenverkehr zu warnen und Stauzeiten zu minimieren.
Angesichts überlasteter und teils unzeitgemäßer Verkehrswege steigen die Meldungen über Verkehrsstörungen seit Jahren dramatisch an. Wurden im Jahr 1997 noch gut 1.000 Ereignisse registriert, mussten 2011 bereits über 20.000 Meldungen verarbeitet werden. Bei jeder vierten Meldung handelt es sich um eine Gefahrenmeldung, von denen wiederum 5 % zur höchsten Gefahrenstufe wie Falschfahrer, Steinewerfer und Kinder auf der Fahrbahn gehören.
Der Aufrechthaltung des Verkehrsflusses und der Gewährleistung der Verkehrssicherheit kommt eine immer größere Bedeutung zu. Der wirtschaftliche Schaden durch staubedingte Ausfallzeiten geht in die Milliarden.
Die Landesmeldestelle für den Verkehrswarndienst, die bei der Zentralstelle für Polizeitechnik angesiedelt ist, setzt an dieser Stelle gemeinsam mit dem Landesbetrieb Mobilität an und beobachtet aktiv rund um die Uhr das Verkehrsgeschehen auf den rheinland-pfälzischen Straßen. Besonderes Augenmerk wird auf die rund 900 km Autobahn in unserem Bundesland gelegt, da diese als Transitstrecken überregionale Bedeutung haben und Störungen sich bis weit in die Nachbarländer auswirken. Allein im Bereich des Mainzer Rings mit der A 60, der A 63 und der A 643 wird das aktuelle Verkehrsgeschehen durch 22 Webcams live verfolgt. Dadurch werden Störungen frühzeitig erkannt, und geeignete Gegenmaßnahmen können so frühzeitig ergriffen werden, dass es erst gar nicht zu einem Stau kommt.
Diese Aufgabe können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesmeldestelle jedoch nur im Zusammenwirken mit den weiteren Beteiligten, dem Landesbetrieb Mobilität und den Rundfunkanstalten, allen voran dem Südwestrundfunk, bewältigen.
Seit einiger Zeit werden viele Meldungen auch dezentral von den Leitstellen der Präsidien und von den Polizeiautobahnstationen erfasst. Dies verbessert zum einen die Aktualität der Daten zum anderen aber auch deren Qualität, da die örtlich zuständigen Stellen die Situation vor Ort genauer bewerten können. Landesweit gibt es derzeit 17 dezentrale Eingabestellen mit insgesamt 47 Eingabeplätzen.
Alle Meldungen werden im TIC (Traffic Info Centre) zusammengeführt und stehen allen Landesmeldestellen, der Nationalen Meldestelle, der Verkehrsrechnerzentrale RP sowie den angeschlossenen Rundfunkanstalten zur Verfügung.
Mitarbeiter der Landesmeldestelle für den Verkehrswarndienst bei der Planung einer Umleitungsstrecke
Live-Bilder von den Webcams, hier an der A 6, zeigen rund um die Uhr die aktuelle Verkehrslage und gewährleisten frühzeitige Maßnahmen zur Verkehrslenkung
Durch die Live-Bilder der Webcams, automatisierten Zählstellen, flächendeckend installierten Sensoren für die Erfassung der Wetterlage sowie der Fahrbahnverhältnisse und natürlich durch Meldungen der Polizeidienststellen und der Verkehrsteilnehmer erlangt die Landesmeldestelle ein umfassendes Bild zur aktuellen Verkehrslage in ganz Rheinland-Pfalz. Auf der Basis dieser Daten kann sie dann zielgerichtet die erforderlichen Maßnahmen zur Verkehrslenkung einleiten. Dabei wird selbstverständlich auch die augenblickliche Verkehrssituation in den angrenzenden Bundesländern mit berücksichtigt.
Darüber hinaus werden diese Daten auch per TMC (Traffic Message Channel) weitergegeben und sind dann im Autoradio bzw. in Navigationssystemen nutzbar.
Durch die qualitativ hochwertige Meldungsbearbeitung und -weitergabe in der Landesmeldestelle werden frühzeitig Verkehrsstörungen erkannt und geeignete Verkehrslenkungsmaßnahmen eingeleitet. Dies hilft nicht nur unnötige Verzögerungen durch Staus zu verhindern und den Verkehr flüssig zu gestalten, sondern viel mehr noch der Gewährleistung der Sicherheit des Straßenverkehrs. Hier kommt es wortwörtlich auf Sekunden an, um die Verkehrsteilnehmer vor akuten Gefahren zu warnen. Um die Gefahrenmeldungen schnellstmöglich an die Verkehrsteilnehmer weiterzugeben, sind die Rundfunkanstalten verpflichtet, bei Eingang einer Gefahrenmeldung ihr laufendes Programm zugunsten der Warnmeldung zu unterbrechen. Vom Eingang der Meldung bis zur Veröffentlichung im Radio vergehen so meist nur wenige Sekunden, was im Einzelfall Menschenleben retten kann.
Weitere Hinweise zum Thema und aktuelle Informationen zur Verkehrslage finden Sie hier:
| Herausgeber | ZPT/ÖA | |
| Aktualisierungsdatum | 22.05.2012 |

