Polizeiarbeit funktioniert zunehmend "grenzenlos"
Europa rückt zusammen, Staatsgrenzen in der EU verlieren zunehmend an Bedeutung, und die grenzüberschreitenden „Regionen“ werden im Gegenzug immer wichtiger.
Zwei Tage hatte PHK Sebastian Jacobs von der PI Saarburg im Mai bei den Kollegen der luxemburgischen Polizei in Grevenmacher verbracht. Im Gegenzug trat im Juli der luxemburgische Polizist Romain Günther seinen Dienst für einen Tag in Saarburg an. Beide sind in einer vergleichbaren Funktion als Dienstgruppenleiter tätig. In Saarburg bildeten sie ein gemischtes Doppel und ließen sich dabei ganz bewusst auch auf Streife sehen.
Die beiden verstehen sich prächtig. Denn Jacobs kommt aus Onsdorf, hat früher im Weinort Grevenmacher Fußball gespielt und spricht bestens die Sprachen seiner luxemburgischen Kollegen. Die gegenseitige Hospitation war bei einer Begegnung der Dienststellenleiter Günter Schander und Armand Jaminet Ende 2005 in Saarburg vereinbart worden. Vorausgegangen war ein Treffen der Polizeidienste im deutsch-luxemburgisch-belgischen Grenzraum
im Oktober 2005 in St. Vith, an dem Polizisten aus Luxemburg, Belgien, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen sowie der Bundespolizei teilgenommen hatten. Thema: Die Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Kriminalitätsbekämpfung. Diesem Zweck dienen die seit Jahren bestehenden Verbindungen ebenso wie die Einrichtung der Gemeinsamen Stelle in Luxemburg.
Angeregt wurde nun, den persönlichen Kontakt der Polizeibeamten vor Ort zu verstärken, um mehr über die Arbeitsbedingungen der benachbarten Kollegen zu erfahren und sich besser kennen zu lernen.
Der Austausch der Kollegen aus Grevenmacher und Saarburg ist nur der erste Schritt. Weitere Hospitationen, gemeinsame Kontrollen und Besprechungen werden folgen. Schon jetzt informieren sich die beiden Dienststellen über
Kriminalitätslagebilder und Kontrollaktionen rechts und links der Obermosel. In einigen Fällen ist es dadurch bereits gelungen, grenzüberschreitende Täter dingfest zu machen.
| Autor | Günter Schander, PI Saarburg | |
| Herausgeber | Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz | |
| Aktualisierungsdatum | 13.10.2006 |


