In Rheinland-Pfalz sind in den letzten Jahren die Delikte des Straßenraubes leicht gestiegen, der Handtaschenraub allerdings etwas zurückgegangen.
Statistisch nimmt der Anteil der Taten bei dieser Raubform grundsätzlich mit der Größe der Einwohnerzahl in den Städten und Gemeinden zu. Aus Untersuchungen zur Opferspezifik lässt sich ableiten, dass mehr als die Hälfte der Fälle des Straßenraubes gegen meist männliche Jugendliche begangen wurde. Auf den Handtaschenraub, der sich überwiegend gegen ältere Frauen richtet, entfallen etwa zehn Prozent aller Fälle des Straßenraubes. Eine Analyse der Altersstruktur der Tatverdächtigen in der Polizeilichen Kriminalstatistik ergibt, dass in diesen Deliktsbereichen der Anteil Jugendlicher und Heranwachsender ansteigt.
Einen bestimmten modus operandi gibt es beim Straßenraub nicht. Einzeltäter greifen oftmals das einzelne, körperlich unterlegene Opfer an wie etwa alkoholisierte oder ältere Personen. Bei jugendlichen Tätern ist das Handeln innerhalb einer Gruppe typisch, wobei in der Regel gleichaltrige Opfer angegriffen und ausgeraubt werden. Die Gewaltanwendung und der Gebrauch von Waffen und Gegenständen ist bei den Tätern häufig bereits von vorne herein eingeplant, um erwarteten oder tatsächlichen Widerstand zu überwinden.
Ziel des Raubes sind Kleidungsstücke, Uhren und Schmuck, Schulutensilien, Zigaretten sowie Bargeld. Die Schadenssummen sind, bezogen auf den Einzelfall, eher als geringfügig einzuschätzen. Bei jugendlichen Straßenräubern ist oftmals nicht die Bereicherungsabsicht vordergründig, sondern eher Dominanzverhalten, Langeweile oder Nachahmung Motiv für das strafbare Handeln. Eine allgemeine Zunahme der Agressivität und Brutalität sowie der sofortige Einsatz von Waffen und verbotenen Gegenständen sind zu erkennen.
Empfehlungen der Polizei:
- Straßenräuber suchen zur Tatbegehung vorwiegend dunkle und abgelegene Straßen, Wege oder Plätze auf. Meiden Sie deshalb solche Orte und nehmen Sie ggf. lieber Umwege in Kauf. Benutzen Sie beleuchtete und belebte Straßen.
- Täter spähen ihre Opfer unter dem Gesichtspunkt eines möglichst geringen Strafverfolgungsrisikos aus. In ihrer Wahrnehmung beeinträchtigte und alkoholisierte Personen bieten sich aus Tätersicht als Raubopfer an. Nach dem Genuss alkoholischer Getränke sollten Sie für den Heimweg öffentliche Verkehrsmittel, wie Busse, Bahnen oder Taxis benutzen.
- Raubtäter haben es hauptsächlich auch auf Bargeld abgesehen. Nicht selten beobachten siepotentielle Opfer bei der Auszahlung von Geldbeträgen an Geldautomaten, in Kreditinstituten und Poststellen.
- Grundsätzlich bietet der bargeldlose Zahlungsverkehr den sichersten Schutz vor Verlust größerer Bargeldbeträge infolge von Raubstraftaten. Bei Auszahlung von Geldbeträgen sollten Sie unbedingt darauf achten, daß Außenstehende keine Kenntnis über die Höhe des Geldbetrages erhalten. Gegebenenfalls lassen Sie sich größere Summen Bargeld in separaten Räumen des jeweiligen Kreditinstitutes auszahlen. Bitten Sie in diesen Fällen Nachbarn, Freunde oder Verwandte um Begleitung. Gruppen bieten Schutz vor Straßenräubern.
- Straßenräuber wollen unerkannt bleiben. Beobachten Sie deshalb aufmerksam Ihre Umgebung und verdächtige Personen. Suchen Sie bei verdächtigen Wahrnehmungen die Nähe anderer Personen/-gruppen. Oftmals lassen Täter von ihrem Vorhaben ab, wenn sie sich beobachtet fühlen bzw. sich die Situation geändert hat und das vermeintliche Opfer nicht mehr allein ist.
- Der Aktionsradius der Straßenräuber erstreckt sich auf Straßen, Wege, Plätze und Verkehrsmittel. Deshalb sollten besonders Senioren beachten, daß die Post für alte, gebrechliche und behinderte Menschen einen besonderen Service bietet und Bargeld auf einen entsprechenden Antrag ins Haus bringt.
Informieren Sie sich zu Ihrer Sicherheit:
bei Ihrer Polizeidienststelle; die nennt Ihnen eine (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstelle in Ihrer Nähe. Dort erhalten Sie weitere wertvolle Tips und hilfreiche Broschüren.
| Herausgeber | LKA, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | |
| Aktualisierungsdatum | 17.12.2004/mig |


