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Ministerium des Innern,
für Sport und Infrastruktur
 
 

Pressemitteilung des ISM

Das Ministerium des Innern und für Sport hat am 01.09.2006 die folgende Pressemitteilung veröffentlicht:


Diensthunde der Polizei Rheinland-Pfalz - Spezialisten auf vier Pfoten 

 

„Trotz hoch entwickelter Polizeitechnik ist der ‚Kollege Diensthund’ eines der effektivsten Einsatzmittel der Polizei. Mit seinen besonderen Begabungen hat er noch Erfolge, wo alle anderen Versuche schon aufgegeben wurden“, weist Innenminister Karl Peter Bruch auf die Bedeutung der Polizeihundestaffel hin. Die Polizei Rheinland-Pfalz verfüge derzeit über 127 der vierbeinigen Helfer. Aus- und Fortbildungszentrum in allen Sparten der Diensthundeausbildung sei die Diensthundeausbildungsstelle bei der 1. Bereitschaftspolizeiabteilung in Enkenbach-Alsenborn, so der Minister weiter.

Es sind verschiedene Rassen anzutreffen, je nach ihren besonderen Fähigkeiten. Bevor ein Hund zur Ausbildung bei der Polizei „eingestellt“ wird, prüfen Ausbilder, ob der Hund die grundlegenden Voraussetzungen wie ausgeprägter Spiel- und Beutetrieb, Triebbeständigkeit, Nervenstärke, Schussgleichgültigkeit, Konzentrationsfähigkeit und Schutzhundeigenschaften mitbringt. Erfüllt der „Polizeidiensthundanwärter“ diese Voraussetzungen und wird vom Tierarzt positiv bewertet, steht der „Übernahme in den Polizeidienst“ nichts mehr im Wege.

Je nach Eignung und Bedarf werden Diensthunde in neun- bis elfwöchigen Speziallehrgängen zum Rauschgift-, Sprengstoff-, Leichen- oder Brandmittelspürhund ausgebildet. Ein Großteil der Diensthunde absolviert diese qualifizierende Ausbildung, behält aber gleichzeitig die Funktion des Schutzhundes – die so genannte duale Funktion. Die Polizeihundeführer sind bei den fünf Polizeipräsidien in den Diensthundestaffeln organisiert. Sie werden bei Bedarf landesweit und in Ausnahmefällen bundesweit oder auch im benachbarten Ausland eingesetzt. Die weiteste Anreise zu einem Einsatz führte für einen Sprengstoffsuchhund nach Ägypten. Andere Beispiele sind der Fall Dutroux in Belgien sowie der Mordfall Pascal im Saarland, bei denen rheinland-pfälzische Spezialhunde im Einsatz waren. Bei dem jüngsten Fall in Frankreich (einem Mordfall an einem Mädchen, das durch eine Vielzahl von Messerstichen ermordet wurde) zeigte der eingesetzte Diensthund an einer betonierten Treppenstufe des Nachbarn optisch nicht wahrnehmbare Blutspuren an. Bei einer nachfolgenden Untersuchung konnte DNA des Opfers gefunden werden, der Nachbar geriet in Tatverdacht und hat mittlerweile die Tat gestanden.

 Wurde früher der Diensthund in erster Linie zum Schutz der Polizeibeamten eingesetzt, so hat ihn die auf seinem besonderen Geruchssinn aufbauende Ausbildung heute zu einem Spezialisten der Polizei werden lassen:

• Die Schutz- und Fährtenhunde werden insbesondere zum Schutz von Veranstaltungen und beim Einsatz gegen gewalttätige Personen eingesetzt. Sie sind in der Lage, Straftäter in Objekten aufzuspüren, durch „Nasenarbeit“ zu verfolgen und so auf der Flucht zu stellen. Ebenso können Beweismittel entweder durch Stöber- und/oder Fährtensuche aufgespürt werden, zum Beispiel auf der Flucht weggeworfenes Diebesgut oder Tatwaffen. Doch auch als Lebensretter sind sie im Einsatz. So konnte in Ludwigshafen-Maudach eine vermisste 69-jährige Seniorin in einer Winternacht rechtzeitig vor dem möglichen Erfrieren gefunden werden. Ebenso konnte in einem Einkaufsmarkt in Kandel bei nächtlicher Suche ein eingeklemmter Mann gefunden werden, der aufgrund von Magenblutungen die Nacht vermutlich nicht überlebt hätte.

 • Die Rauschgiftsuchhunde können Cannabisprodukte, Heroin, Kokain, Amphetamin sowie andere synthetische Stoffe (Ecstasy) selbst in entlegenen und ungewöhnlichen Verstecken auffinden. So konnte bei einer PKW-Durchsuchung in Idar-Oberstein Heroin im Airbag-Hohlraum gefunden werden.

• Die Sprengstoffspürhunde sind ausgebildet, Waffen und Munition, verschossene Hülsen und Projektile, Sprengstoffe, Schwarzpulver und Nitropulver sowie Selbstlaborate anzuzeigen. Sie werden auch bei Veranstaltungen, an denen hochrangige gefährdete Personen teilnehmen, zur präventiven Absuche von Räumlichkeiten und Fahrzeugen nach Sprengmitteln eingesetzt. Während der WM 2006 wurden Sprengstoffspürhunde eingesetzt und durchsuchten in regelmäßigen Abständen sowohl das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern als auch die Public-Viewing-Plätze im gesamten Land.

• Der Leichenspürhund kann Leichen, Leichenteile, Knochen und menschliches Blut auffinden. Er kann auch vergrabene und einbetonierte Leichen sowie menschliches Blut an gereinigten Stellen anzeigen. In Seelbach bei Koblenz wurde in einem Keller eine in Plastiksäcke verpackte und im Boden einbetonierte Frauenleiche aufgespürt. In einem Mordfall in Trier reagierte ein Leichenspürhund in der Wohnung des Opfers an mehreren Stellen. Obwohl die Wohnung gründlich gereinigt war, konnte anschließend in einem aufwendigen Verfahren nachgewiesen werden, dass es sich um Blutspuren handelte. Selbst auf einer Mülldeponie in Belgien konnten trotz der vielen Fremdgerüche nach mehrtägiger intensiver Suche Leichenteile gefunden werden.

 • Brandmittelspürhunde sind speziell darauf trainiert, an erkalteten Brandorten Reste brennbarer Flüssigkeiten aufzuspüren und anzuzeigen. So kamen bei einem Brand in Bad Kreuznach drei Menschen zu Tode, wobei man zunächst von einem technischen Defekt als Ursache ausging. Erst die Absuche mit dem Hund führte zu Hinweisen, die zur Festnahme der Brandstifter führten



Autor ISM
Herausgeber Bereitschaftspolizei
Aktualisierungsdatum 20.02.2008 (fjd)


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