
liebe Leserinnen und Leser,
der Polizeikurier geht online. Im 32. Jahr nach Erscheinen der Erstausgabe unserer Zeitschrift für die Polizei Rheinland-Pfalz beschreiten wir einen neuen Weg. Auch die Polizei muss sich den Herausforderungen der Schuldenbremse stellen, die knapper werdenden Ressourcen neu zuteilen und das Hauptaugenmerk dabei auf die gesetzlichen Kernaufgaben richten.
Seit seinem Start im Spätjahr 1980 - Anlass war der damalige Papstbesuch in Mainz - hat sich der Polizeikurier bemerkenswert entwickelt. Nicht nur in seinem Äußeren ist er immer moderner geworden, ohne dabei jeder schnelllebigen Strömung im "Zeitgeist" zu folgen. Auch und vor allem inhaltlich hat diese Mitarbeiterzeitschrift, die stets auch ein beachteter und seriöser Botschafter der Bürgerpolizei in unserer Gesellschaft war, in drei Jahrzehnten eine gute Entwicklung genommen. Denn sie hat ihrerseits die fortwährenden Veränderungen in der Polizei des Landes aufmerksam, informativ und zuweilen auch konstruktiv-kritisch begleitet. So war und ist die Weiterentwicklung dieser Mitarbeiterzeitschrift stets auch ein Spiegel der Fortentwicklung unserer Polizei.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Ziele und Wege, über Entscheidungsprozesse, Projekte, Phänomene, Risiken und Erfolge "auf dem Laufenden" zu halten, sie möglichst frühzeitig an den Vorgängen und Meinungsbildungsprozessen zu beteiligen, ihre Anliegen und ihre Kompetenz zu Wort kommen zu lassen, ihr Engagement zu würdigen und nicht zuletzt das Wir-Gefühl in der "Mannschaft" zu stärken, gehört zu den vornehmsten Aufgaben einer Mitarbeiterzeitschrift. Der Polizeikurier wird dieser Aufgabe seit nunmehr fast 32 Jahren gerecht. Darüber hinaus trägt er zur Transparenz polizeilichen Handels in der Öffentlichkeit bei, wirbt um Nachwuchs für den Polizeiberuf und bestärkt das berechtigte Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihre Polizei. Demgemäß wirkt der Polizeikurier gleichermaßen nach "innen" und nach "außen".
Dabei werden die redaktionellen Leistungen in ihrem Kern, nämlich dem Erstellen der Beiträge und Bilder, von den Kolleginnen und Kollegen der Polizei überwiegend im Nebenamt erbracht. Unzählige Autoren und Fotografen im ganzen Land - viele von ihnen im langjährigen Einsatz und in enger Verbundenheit mit dem Produkt - haben gemeinsam mit den "Blattmachern" in der Redaktion zum Erfolg des Polizeikurier beigetragen. Nach der dritten Layout-Umstellung seit 1980 und einer journalistischen Neuausrichtung zu Beginn des Jahres 2007 hat der Polizeikurier in Rheinland-Pfalz und zuweilen auch weit über die Landesgrenzen hinaus ein hohes Maß an Anerkennung gefunden - sowohl innerhalb als auch außerhalb der Polizei.
Die Entscheidung, das Print-Produkt einzustellen und den Polizeikurier künftig als reines Online-Medium fortzuführen, haben wir lange diskutiert. Einerseits folgen wir damit den fiskalischen Notwendigkeiten. Andererseits wollen wir diesen Schritt aber auch als Chance begreifen. Das Leseverhalten innerhalb und auch außerhalb der Polizei ist im Wandel. Informationen werden mobil abgerufen und daher auf dem elektronischen Weg publiziert. Dieser Entwicklung darf sich auch die polizeiliche Öffentlichkeitsarbeit nicht verschließen.
Für den Polizeikurier bedeutet das einen Neubeginn. Beiträge können "online" sehr viel schneller publiziert werden und stehen untereinander nicht mehr in Konkurrenz um den eng begrenzten Platz in einer Print-Ausgabe. Zugleich sind künftig andere Darstellungsweisen und elektronische Zusatzangebote möglich, aber auch nötig. Die neuen Rahmenbedingungen bedeuten eine Herausforderung für alle Beteiligten, die Redaktion, die Autoren und auch die "User".
In weiteren Schritten wird der "Polizeikurier online" der geplanten Umstrukturierung im polizeilichen Intranet - "Intrapol" - folgen, um dort neue, benutzerfreundliche und auch dialogtaugliche Kommunikationswege zu beschreiten. Damit wird - nach und nach - aus der Mitarbeiterzeitschrift traditioneller Prägung eine Mitarbeiterplattform, die den heutigen Erwartungen an ein modernes, interkommunikatives Forum gerecht wird und der Partizipation noch breiteren Raum gibt. Anschließend wird auch die Homepage der Polizei im Internet modernisiert. Davon werden nicht zuletzt die Nutzerinnen und Nutzer des Polizeikurier profitieren. Mithin ist der Online-Start des Polizeikurier nicht der Abschluss einer Entwicklung, sondern vielmehr deren Beginn.
Der "PK online" wird sich entwickeln. Schritt für Schritt. Aufgabe während der kommenden Monate wird es sein, die Rubriken des neuen Mediums mit Leben zu füllen, ein breites Spektrum an Information und ein gern genutztes Podium der Partizipation zu bieten - so wie es die Autoren, vor allem aber die Leserinnen und Leser des Polizeikurier seit vielen Jahren gewohnt sind. Wenn es gelingt, dabei auch jene zu gewinnen, die bislang ganz bewusst dem Print-Produkt den Vorzug gegeben haben, hat der Polizeikurier den Übergang vom Print- ins Online-Zeitalter erfolgreich gemeistert.
Gelingen wird der Neubeginn, wenn er auf breiter Basis mitgetragen wird. Seit 32 Jahren ist der Polizeikurier das gemeinsame Medium der Polizei Rheinland-Pfalz - landesweit, für alle Behörden und Einrichtungen und über die Grenzen aller polizeilichen Sparten hinweg. Dasselbe soll für den Polizeikurier online gelten. Beteiligen Sie sich deshalb auch weiterhin mit Anregungen, Themen, Texten und Bildbeiträgen am Mitarbeiterforum unserer Polizei. Damit der "neue" Polizeikurier eine ähnlich gute Entwicklung nimmt wie der bisherige. Gehen wir also gemeinsam einen neuen Weg!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Roger Lewentz
Innenminister
| Herausgeber | Redaktion Polizeikurier | |
| Aktualisierungsdatum | 08.05.2012 |
