
Gleichwohl halten bis heute viele junge Leute eine Karriere in der Polizei eher für "Männersache" als für einen Berufsweg, der beiden Geschlechtern beste Chancen bietet. Dieser Fehleinschätzung entgegenzuwirken, ist Aufgabe des Girls' Day. Auch in diesem Jahr war der Andrang in den Polizeidienststellen groß.
In allen Landesteilen öffnete die Polizei ihre Türen für Schülerinnen, die sich mit dem Gedanken tragen, Polizistin zu werden. Am Girls´ Day hatten sie Gelegenheit, mehr zu erfahren über Zugangsvoraussetzungen, Aus- und Fortbildung, Verwendungsbreite, Berufsalltag, Ausstattung, Aufstiegschancen, Verdienstmöglichkeiten, Sozialleistungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
So wie beim Polizeipräsidium Mainz kümmerten sich in vielen Dienststellen nicht nur die Einstellungsberaterinnen und -berater um die wissbegierigen Mädchen, sondern auch unzählige Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichsten Verwendungsbereichen. Stück für Stück setzten sie am Girls´ Day ein Puzzle zusammen von der Vielfalt der polizeilichen Aufgaben und Tätigkeiten. Vor allem die Beamtinnen mussten den Schülerinnen dabei eine Unzahl von Fragen zum beruflichen Alltag einer Polizistin beantworten.
34 Mädchen zwischen 11 und 15 Jahren waren ins Polizeipräsidium Mainz gekommen. Zwei Schülerpraktikanten, beide 14 Jahre alt, nutzten die günstige Gelegenheit und schlossen sich ihnen an. Gemeinsam erkundeten sie die Ausstattung eines Funkstreifenwagens, den Erkennungsdienst und die Gewahrsamsräume. Anschließend informierte Einstellungsberaterin Annette Lang die jungen Damen über Einstellungsvoraussetzungen und Studieninhalte.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde es anschaulicher. In der Raumschießanlage informierte Brigitte Prohaska die erste Gruppe über die Waffen der Polizei und die Schießausbildung. Die zweite Gruppe erfuhr von Isabelle Steyer etwas über die nötige Körperspannung und Durchsetzungskraft: Tafeln auf dem Kopf dienten dem aufrechten Gang, und Luftballons, die immer wieder zügig gegen die Wand zu treiben waren, erforderten Auffassungsgabe, Reaktionsvermögen, Durchhaltewillen und Konsequenz im Handeln. Anschließend mimten die Beamtin und ihr Kollege Uwe Diether die "Angreifer", gegen die sich die Mädchen zur Wehr setzen sollten. Dabei galt es, die Attacken zunächst mit den Händen und später auch mit den Knien abzuwehren - ein spielerischer Hinweis auf das Einsatztraining für künftige Polizeibeamte.
Auf der Fahrebene hatte Peter Schmitt vom Erkennungsdienst Fingerspuren über den Lack mehrerer Fahrzeuge verteilt. Die Mädchen machten die Abdrücke mit Rußpulver sichtbar und klebten sie ab. Wer wollte, durfte auch eigene Spuren legen und diese anschließend sichern - Erkennungsdienst in eigener Sache. Derweil war eine andere Gruppe mit Mitarbeitern des LBB im Haus unterwegs, weil sie sich besonders für bauliche und technische Einrichtungen des Präsidiums interessierte.
Zum Abschluss zeigten die Diensthunde von Silke Kölz-Rieneckert und Peter Kiemes, was sie im Schutzdienst, bei der Sprengstoff- und Munitionssuche und bei der Personensuche zu leisten in der Lage sind. Den Personenspürhund oder "Mantrailer" Paul von Diensthundeführer Peter Kiemes durften die Mädchen sogar streicheln und mit Leckerli belohnen. Personenspürhunde sind friedfertige Spezialisten ohne Aggressionspotenzial.
Auf vielfältige Weise hat der Girls' Day 2012 überall im Land dazu beigetragen, den Polizeiberuf auch bei Mädchen verstärkt ins Blickfeld zu rücken und Vorbehalte abzubauen. Angesichts der demografischen Entwicklung und des Personalbedarfs der Polizei ist dieses Ziel alle Mühen wert. Die Einstellungsberaterinnen und -berater ebenso wie die Kolleginnen und Kollegen, die sie tatkräftig dabei unterstützen, haben sich einmal mehr um die Nachwuchsgewinnung der Polizei verdient gemacht.
| Autor | Heidi Nägel, PP Mainz, Pressestelle | |
| Herausgeber | Redaktion Polizeikurier | |
| Aktualisierungsdatum | 08.05.2012 |
