Dafür hatten sich 140 Bedienstete des Präsidiums mächtig ins Zeug gelegt und ein Programm zusammengestellt, das mit Information und actionreicher Unterhaltung nicht geizte. Unterstützt wurden sie dabei von Schülerinnen und Schülern des Bildungsgangs "Polizeidienst und Verwaltung" an der Höheren Berufsfachschule in Bad Kreuznach.
Schon am Vormittag umlagerten die Besucher den Treffpunkt für die Hausführungen. Schließlich gibt es nicht alle Tage die Gelegenheit, das Büro des Polizeipräsidenten, die Funk- und Einsatzzentrale, den Erkennungsdienst und das Polizeigewahrsam zu besichtigen und die Beamten dazu auch noch ausfragen zu dürfen. Gruppen mit jeweils 15 bis 20 Gästen zogen durchs Präsidium und staunten; am Ende hatten mehr als 400 Besucher einen Einblick erhalten. Auch die Raumschießanlage war ein gefragtes Ziel. Manch einer hatte wohl gehofft, dort selbst einmal schießen zu dürfen.
Sehr bald "ausgebucht" waren die Einstellungsberaterinnen und Einstellungsberater der Polizei. Fragen zum Bachelor-Studium, zu Einstellungsvoraussetzungen und späteren Verwendungsmöglichkeiten interessierten die jungen Besucher und deren Eltern ebenso wie Auskünfte zum Bildungsgang "Polizeidienst und Verwaltung" für Realschulabsolventen. Wer individuell und intensiv beraten werden wollte, den baten die Einstellungsberater zum persönlichen Gespräch in die Räume des K 2.
Eng wurde es zuweilen im eigentlich sehr geräumigen Jakob-Steffan-Saal. Dorthin hatten nacheinander der Phantombildzeichner, die Polizeipuppenbühne, die Schieß- und Einsatztrainer und das Beraterteam der Kriminalprävention eingeladen, letztere zum Thema Internetkriminalität. Zweimal am Tag wurden die jeweiligen Programme angeboten. Alle Termine waren mehr als ausgebucht, und die Vortragenden freuten sich über ein lebhaftes Publikum, eine Fülle interessierter Fragen und vielseitige Beiträge.
Vor dem Gebäude brillierte die Diensthundestaffel mit einem ebenso informativen wie humorvollen Showprogramm. Die Diensthundeführerinnen und Diensthundeführer des PP Mainz beeindruckten nicht nur mit ihrem Können, sondern auch mit "wirklich glücklich aussehenden Hunden", wie eine Zuschauerin treffend bemerkte.
Ein weiteres Highlight waren die Vorführungen aus dem Fahrsicherheitstraining der LPS. Nicht wenige Zuschauer waren ganz gezielt für diesen Programmpunkt zum Valenciaplatz gekommen. Thema war das unterschiedliche Bremsverhalten von Pkw mit und ohne ABS. Die Beamten demonstrierten die Wirkung des Antiblockiersystems auf Bremsverhalten, Lenkfähigkeit und Anhalteweg bei verschiedenen Geschwindigkeiten. Das Ergebnis ließ viele Zuschauer staunen. Selbst einige junge Männer, die anfangs noch cool abgewunken hatten, waren am Ende sichtlich beeindruckt vom Können der Fahrsicherheitstrainer.
Derweil zog es die Jüngeren auf die Hüpfburg, und auch der Spiele-Parcours der Landessportjugend auf dem Vorplatz des Präsidiums entwickelte die erwartete Anziehungskraft. Die "Men in Blue", die stets lebhafte Brass-Band des Polizeiorchesters, verkürzte die Wartezeit bis zum nächsten Programmpunkt mit Jazz und Swing.
Für Kinder hatten sich die Programmmacher besonders viel einfallen lassen. Drinnen war die Mal- und Schminkecke ebenso umlagert wie das Fotostudio. Dort konnten sich die Jüngsten als "Häftling" in der historischen Gefängniszelle oder als "Schutzmann" auf einem Polizeimotorrad fotografieren lassen. Der "Renner" war auch diesmal wieder der Kollege Bernd Kumpf vom PP Rheinpfalz, unterstützt von seinen Töchtern Katrin und Rebecca (11 und 15 Jahre). Gemeinsam verknoteten sie an die 1000 Luftballons zu fantasievollen Wesen, zu Pinguinen und Kraken, Fischen an der Angel, rosa Männchen, Schwertern oder Polizeikellen.
Weniger spielerisch, dafür umso informativer ging es an den Info-Ständen zu, die im Erdgeschoss und auf der Fahrebene auf ein sehr interessiertes Publikum stießen. Zu sehen waren dort u.a. Waffen und verbotene Gegenstände, Rauschgiftarten und Rauschgiftutensilien, Falschgeld und beschädigtes Geld aus Straftaten, das Arbeitsmaterial der Spurensicherung und des Erkennungsdienstes sowie Einbruchswerkzeug und die jeweiligen "Gegenmittel" aus dem Bereich der Einbruchssicherung. Was leistet eigentlich das "Haus des Jugendrechts" am Mainzer Hauptbahnhof? Wie schütze ich mein Kind im Auto richtig? Welche medizinischen, strafrechtlichen und finanziellen Folgen haben Alkohol und Drogen am Steuer? Wie hilft der "Weiße Ring" den Opfern einer Straftat? Diese und viele weitere Fragen fanden ihre Antwort entlang der Info-Meile.
Auf lebhaftes Interesse stieß die Fahrzeugschau. Sehr spezielle Polizeifahrzeuge wie etwa das Spür- und Messfahrzeug der LKA-Umweltfahnder und das Schwerverkehrs-Kontrollfahrzeug der Verkehrsdirektion mit Gerätschaften zur Gefahrgutkontrolle, elektronischer Achswaage und mobilem Büro ließen viele Betrachter einfach nur staunen. Aber auch zivile ProVida-Fahrzeuge, Funkstreifenwagen, Mehrzweckfahrzeuge, Polizeimotorräder und ein Gefangenentransporter (GefKW) interessierten die Besucher sehr. Wer sein Fahrrad mitgebracht hatte, konnte es am Stand des ADFC codieren lassen und erhielt den passenden Fahrradpass dazu - auch dies ein gut genutztes Angebot beim Tag der Polizei in Mainz.
Am Ende waren die Macher sichtlich erschöpft, aber auch hoch zufrieden: Der Ansturm war enorm, das Interesse an der Polizei groß, die Atmosphäre prima. Szenenapplaus und ein dickes Lob von Polizeipräsident Karl-Heinz Weber hatten sich die 140 Aktiven ehrlich verdient. Das bescheinigten gern auch die Ehrengäste, mit denen der Behördenleiter die einzelnen Attraktionen besucht hatte, unter ihnen der neue Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling und Leitender Oberstaatsanwalt Klaus-Peter Mieth.
| Autor | Heidi Nägel, PP Mainz, Pressestelle | |
| Herausgeber | Redaktion Polizeikurier | |
| Aktualisierungsdatum | 08.05.2012 |
















