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Alkohol

Nach wie vor gilt Alkohol am Steuer als Kavaliersdelikt. Wer erwischt wird, sieht sich meist in der Rolle des ertappten Pechvogels. Alkoholkonsum wird von den kontrollierten Autofahrern aber auch von Fahrradfahrern heruntergespielt. Obwohl die meisten Fahrzeugführer die gefährliche Wirkung des Alkohols kennen, setzen sie sich ans Steuer oder an den Lenker.

Dabei wird die Auswirkung von Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit unterschätzt. Bei einem oder zwei "Bierchen", so die oft geäußerte Meinung, "kann ich doch noch ganz locker fahren". Hinzu kommt die irrige Annahme, Wirkungen und Auswirkungen des Alkohols durch Hausrezepte (wie Kaffeetrinken, oder "mal kurz an die frische Luft gehen") herabsetzen oder kontrollieren zu können.
Schon ein Blutalkoholgehalt von 0,2 Promille - das kann das eine "Bierchen" sein - verändert die Leistungsfähigkeit und das menschliche Bewusstsein. Wahrnehumgsapparat und Koordinationsfähigkeit sind gestört.

Wirkung

Zwischen 0.5 und 0.8 Promille nimmt bereits die Raumeinschätzung ab. Außerdem passen sich die Augen schlechter an wechselnde Lichtverhältnisse an. Die Sehfähigkeit nimmt um rund 25 Prozent ab, die Konzentrationsfähigkeit geht deutlich zuürck.

Bei 0.8 Promille verlängert sich die Reaktionszeit um bis zu 50 Prozent.
Im Bereich zwischen 0.8 und 1.2 Promille beginnt ein Zustand der Euphorie und Enthemmung mit Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Das Blickfeld verengt sich, es tritt der sogenannte "Tunnel-Effekt" ein.

Bei über 1.2 Promille verringert sich das Raumsehvermögen drastisch. Es herrscht eine maßlose Selbstüberschätzung. Euphorie und Enthemmung werden immer ausgeprägter, wohingegen die Reaktionsabläufe sich stark verzögern. Schwere Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen treten auf.

Folgen

Die Folge dieser Mischung aus beeinträchtigter Fahrtüchtigkeit und erhöhter Risikobereitschaft ist ein unverhältnismäßig hohes Unfallrisiko. Tatsächlich besteht ein nachweisbarer Zusammenhang zwischen Blutalkoholgehalt und der Gefahr, einem tödlichen Unfall zu erliegen.

Unterschätzt wird auch die Wirkung des Alkoholgenusses am Morgen danach.
Derjenige, der das Trinken um 1:00 Uhr nachts mit einer Blutalkoholkonzentration von 1.6 Promille beendet, kann um 6:00 Uhr morgens immer noch 0,85 Promille im Blut haben, da der Körper etwa 0,1 - 0,2 Promille in einer Stunde abbaut.

45 Prozent der "Alkoholfahrer" trinken deutlich mehr als der Durchschnitt. Untersuchungen des Psychologischen Instituts in Köln ergaben, dass 90% der registrierten und verurteilten Trunkenheitsfahrer mit Blutkonzentrationen von mehr als 1,3 Promille auffällig wurden. (Der Durchschnitt liegt bei über 1,6 Promille.) Von einem Kavaliersdelikt kann angesichts dieser Zahlen keine Rede mehr sein - weder bei denen, die "hin und wieder einen kippen", noch bei den "fahrenden Trinkern". An mangelnden Alternativen kann es jedenfalls nicht liegen, dass so viele Fahrer sich alkoholisiert hinter das Steuer setzen, denn Ausweichmöglichkeiten gibt es reichlich. Auch beim Fahren von Fahrrädern unter Alkoholeinfluss kann die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis für ein Kraftfahrzeug entziehen oder sogar das Führen von Fahrrädern untersagen.

Für Personen, die sich in der Probezeit befinden bzw. das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, hat der Gesetzgeber § 24 c StVG eingeführt. Hier gilt im Grunde eine 0,0 Promille-Regelung. Siehe dazu das Dokument zu § 24 c StVG.

Wie vermeidet man Alkoholfahrten ?
  • Bilden Sie Fahrgemeinschaften mit einem nüchternen Fahrer. - Bei regelmäßigen Anlässen kann man sich ja abwechseln.
  • Die Betriebe des öffentlichen Nahverkehrs bieten fast in jedem Ort Nacht- oder Discobusse an. Eine weitere Möglichkeit sind Anschluß-Taxen, die bei den Fahrern von Bussen und Bahnen bestellt werden können.
  • Sorgen Sie als Gastgeber rechtzeitig für ein ausreichendes Angebot an interessanten alkoholfreien Getränken, weisen Sie Ihre Gäste auf die Planung ihrer Hin- und Rückfahrt und gegebenenfalls Übernachtungsmöglichkeiten hin und halten Sie Telefonnummern von Taxen und Fahrpläne von öffentlichen Verkehrsmitteln bereit.
  • Und für die Fahrer: Es muss nicht immer Alkohol sein. Wie wäre es denn mal mit alkoholfreiem Bier oder einem exotischen Fruchsaftcocktail?

Drogen

Nicht nur Alkohol, auch Drogen beeinträchtigen die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu lenken, erheblich. Auf dieser Seite geben wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Drogen und ihre Wirkungsweise.

Bitte beachten Sie, dass der Besitz aller hier aufgeführten Drogen einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz darstellt.

Cannabis (Haschisch, Marihuana)
Konsum: 

Aufnahme erfolgt meist durch Rauchen sogenannter "Joints".
Die Rauschwirkung beginnt nach dem Konsum innerhalb weniger Minuten und steigt nach circa 15 Minuten auf ein Maximum. Der Rauschzustand dauert insgesamt 3 bis 4 Stunden an, die verkehrsmedizinisch relevante Wirkung dauert jedoch länger, etwa 9 bis 10 Stunden.

Wirkung: 

Das Gehirn ist nicht mehr in der Lage, relevante Informationen von irrelevanten zu trennen, z. B. Konzentration auf die Musik im Radio, obwohl ein Fußgänger direkt vor dem Auto die Straße überquert.
Verlangsamung der Bewegungen, eventuell Benommenheit, die Reaktionszeit wird länger, verwaschene Aussprache
Störungen im Denkablauf und in der Wahrnehmung von Raum und Zeit, d. h. Distanzen und Geschwindigkeiten werden falsch eingeschätzt
Besonders schwere Ausfallerscheinungen in Verbindung mit Alkoholgenuß schon in geringen Mengen.

Kokain (Crack)
Konsum:

Aufnahme meist durch "Schnupfen" (Resorption über die Nasenschleimhaut), seltener durch Injektion.

Wirkungseintritt nach ca. 3 Minuten, Dauer des Rausches ca. 4 Stunden.

Drei Rauschphasen sind unterscheidbar:

  • Euphoriephase
    erhöhte Kontakt- und Risikofreudigkeit ; Omnipotenzgefühle (Dauer ca 30 Minuten) 
  • Halluzinationsphase
    illusionäre Verkennung der Umgebung, Einschränkung des räumlichen Sehens, Verfolgungsideen (Dauer ca. 1 bis 2 Stunden) 
  •  Depressionsphase
    Müdigkeit, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, eventuell Suizidgefahr
Wirkung:

In allen drei Phasen Fahruntüchtigkeit infolge der psychischen Veränderungen 
Extreme Aggressionsbereitschaft
Puls- und Blutdruckerhöhung bis hin zur Ohnmacht
Erweiterte Pupillen mit erhöhter Blendempfindlichkeit und verminderter Sehschärfe
eventuell Körperzittern mit Verlust der Feinmotorik

Amphetamine/ Designerdrogen (Speed, Extasy, Adam & Eve)
Konsum: 

Die Aufnahme erfolgt durch Schlucken des Präparates, meist in Form kleiner Pillen. Die Wirkdauer ist von  
dem aufgenommenen Präparat abhängig, in der Regel ca. 4 bis 8 Stunden. Bei häufiger Einnahme besteht die Gefahr psychischer Abhängigkeit mit erheblicher Steigerung der eingenommenen Dosis.

Wirkung: 

Subjektiv erhöhte Leistungsfähigkeit führt zu extremer Risikobereitschaft
Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Nervosität, Enthemmung
Eventuell Wahnvorstellungen, optische und akustische Halluzinationen, Verfolgungsideen und 
Angstzustände
Puls- und Blutdrucksteigerung, eventuell Körperzittern mit Störung der Feinmotorik.

LSD (Lysergsäurediäthylamid)
Konsum:

LSD wird in unterschiedlichen Formen (Pillen, Tabletten, Klebebildchen) angeboten und meist geschluckt oder gelutscht.
Der Wirkungseintritt erfolgt innerhalb einiger Minuten, Dauer des Rausches bis zu 8 Stunden.

Vier Rauschphasen sind unterscheidbar:

  • Erregungsphase
    Schwindelgefühle, Angstzustände, erhöhte Pulsfrequenz; Dauer ca. 45 Minuten
  • Rauschphase
    Halluzinationen, Störung der Motorik; Dauer bis zu 8 Stunden
  • Nachwirkungsphase
    Depression, Erschöpfung, Angstzustände
  • Flashbackphase
    häufig sogenannte "Echorausch"; noch Tage nach dem Konsum
Wirkung:

Halluzinationen, Wahrnehmungsstörungen, extreme Angstzustände, der sogenannte
"Horror-Trip" mit Verfolgungsideen und potentieller Gewalttätigkeit
Stark erweiterte Pupillen mit extremer Licht- und Blendempfindlichkeit
Erhöhte Pulsfrequenz, Körperzittern
Verwirrtheit, Desorientierung (Dauerzustand bei längerem Konsum)

Opiate (Opium, Morphium, Heroin)
Konsum: 

Opium wird meist geraucht, Heroin gespritzt. Bei Injektion sofortiger Eintritt des Rauschzustandes, Dauer maximal 5 bis 6 Stunden, bei Heroingewöhnung immer kürzer.

Drei Rauschphasen sind unterscheidbar:

  • Flash- oder Rush-Phase
    starkes Glücksgefühl, Euphorie, Entrücktsein, subjektiv erhöhte Leistungsfähigkeit
  • Stoned-Phase
    Apathie, Teilnahmslosigkeit, Dämpfung bis zur Bewußtseinstrübung
  • Entzugsphase
    Entzugsangst mit Einengung des Bewußtseins auf "Stoffbeschaffung".

Opiate sind stark suchterzeugend mit hochgradiger Toleranzentwicklung und Dosissteigerung.
Es besteht  ein hohes Überdosierungsrisiko. Die Mehrzahl der Drogentoten in
der Bundesrepublik Deutschland waren opiatabhängig.

Wirkung: 

Fahreignung wegen Sucht/ Mißbrauch nicht gegeben, das gesamte Denken und Handeln ist auf 
"Stoffbeschaffung" gerichtet.
Enge Pupillen ohne Lichtreaktion, völlige Nachtblindheit.
Schläfrigkeit, Gangunsicherheit, extreme Verlangsamung der Bewegungen und Reaktionen, verwaschene Sprache, Störungen der Motorik