Ursachen, die Ihre Teilnahme am Straßenverkehr einschränken können:

Nachlassende Seh- und Hörfähigkeit

Mit zunehmendem Alter kommt es zwangsläufig zur Einschränkungen von visuellen und akustischen Fähigkeiten. Die Anpassung an unterschiedliche Lichtverhältnisse lässt nach, die Sehschärfe ist nicht mehr optimal, das Fahren bei Dunkelheit und Dämmerung wird schwieriger. Sie werden durch Lichtreflexe viel schneller geblendet

Durch die Verminderung der Hörfähigkeit kommt es häufiger vor, dass Sie Umweltgeräusche  insbesondre in Verbindung mit dem  Straßenverkehr häufig später wahrnehmen oder nicht richtig zuordnen können.

Was können Sie dagegen tun?

Hierzu gehört, dass Sie regelmäßig einen Sehtest bei ihrem Haus- oder Augenarzt machen lassen. Denken Sie daran, dass Kurz- bzw. Weitsichtigkeit sich im Alter strakt verändern können. Lassen Sie deshalb auch regelmäßig ihre Brillenstärke überprüfen. Auch  Optiker sind dazu in der Lage.
Auch Hörtest sollten zur Regelmäßigkeit bei Ihren Arztbesuchen werden. Heutige Hörgeräte sind viel leistungsstärker und vor allem viel "unsichtbarer " als die früheren Geräte.  Zeigen Sie hier keine falsche Eitelkeit.

Wenn es möglich ist, vermeiden Sie Fahrten in der Dämmerung oder Dunkelheit oder bei sonstigen schlechten  Witterungsbedingungen. Nutzen Sie dann u.U. den ÖPNV

Vermehrte Medikamenteneinnahme

Untersuchungen haben bewiesen, dass circa jeder vierte Unfall direkt oder indirekt durch die Einnahme von Medikamenten verursacht wird. Diese Statistiken zeigen auch, dass Senioren (65+) über 44 % aller Arzneimittel bei einem  Bevölkerungsanteil von 19 % konsumieren. Mit zunehmendem Alterssteigt dieser Prozentsatz noch weiter.

Medikamente sind wichtig und nicht selten sogar Voraussetzung, dass man am Straßenverkehr teilnehmen kann.  Aber gerade zu Therapiebeginn können Medikamente auch massive Nebenwirkungen zeigen, die eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr einschränken.
Auftretender Schwindel, Konzentrationsschwächen, verminderte Reaktionsgeschwindigkeit oder verschwommenes Sehen sind mit der Teilnahme am Straßenverkehr unvereinbar.
Auch die oft sehr intensive Medikation mit Analgetika (Schmerzmittel), Sedativa
(Beruhigungsmittel), Hypnotika (Schlafmittel) und Psychopharmaka (z. B. Antidepressiva) ist für
die Teilnahme am Straßenverkehr mit Risiken verbunden.

Denken Sie auch daran, dass Unfälle in Verbindung mit eingenommen Medikamenten ein strafbares Verhalten nach sich ziehen können. Umso wichtiger ist es für Sie zu wissen, ob und wie die Fahrtüchtigkeit durch ein Medikament eingeschränkt werden kann.

Was können Sie im Zusammenhang mit einer Medikamenteneinnahme tun?

Viele scheuen sich den Beipackzettel zu lesen. Häufig informiert dieser jedoch  über mögliche Gefahren im Straßenverkehr. Wenn Sie ihn nicht lesen möchten, fragen Sie gezielt ihren verschreibenden Arzt, ob mit diesem Medikament Einschränkungen im Straßenverkehr möglich sind.

Das trifft insbesondere dann zu, wenn sie gehalten sind mehrere Medikamente gleichzeitig einzunehmen.

Nehmen Sie deshalb auch nie Eigenmedikationen vor oder ändern  selbständig die Einnahme ihrer Medikamente bzw. setzen sie diese nicht abrupt ab.

Einschränkung der motorischen und psychischen Beweglichkeit

Seien Sie sich bewusst, dass im Alter die körperliche Beweglichkeit immer häufiger eingeschränkt ist. Das schlägt sich auch auf die Teilnahme im Straßenverkehr nieder.

Der heutige Straßenverkehr wird leider  immer komplexer und schneller. Damit wird der ältere Mensch immer häufiger überfordert. Schnellere Ermüdbarkeit, verringerte Belastungsfähigkeit, mangelnde Ausblendung unwichtiger Faktoren, Verlangsamung der Informationsgewinnung sind nur einige Beispiele, die zu Unsicherheiten in der Verkehrsteilnahme führen.

Was können Sie dagegen tun

Wir wissen, dass Altersveränderung nur ungern wahrgenommen und nicht selten als Kränkung empfunden werden. Seien sie selbstkritisch im Umgang mit ihren Fähigkeiten.

Wir wissen aber auch, dass viele Senioren insbesondere als Autofahrer eine eher nüchterne, stärker vernunftbetonte Einstellung zum Autofahren fahren.  Sie kompensieren ihr nachlassendes sensorisches, motorisches und kognitives Leistungsvermögen durch Veränderung ihres Verkehrsteilnahmeverhaltens und ihres Fahrverhaltens.

Ältere Autofahrer meiden, wie oben bereits beschrieben,  ungünstige Tageszeiten, hohe
Verkehrsdichten (Stoßzeiten), Dämmerungs-und Dunkelheitsfahrten, ungünstige Witterungsbedingungen und sie fahren langsamer und vorsichtiger als jüngere. Dadurch reduzieren sie ihr Unfallrisiko

Denken Sie auch daran, dass bei einem möglichen Fahrzeugwechsel eher auf eine "seniorengerechte" Ausstattung geachtet werden sollte. So können Automatikgetriebe, Tempomat, Klimaanlage, Sitzkomfort, elektronische Hilfen und Spiegelsysteme zum Ein/ Ausparken die Fahrzeugbedienung wesentlich erleichtern.  Sie sind dann u.U. besser in der Lage, sich auf die Fahraufgaben im Verkehr zu konzentrieren.

Was Sie sonst noch tun können:

Neue Verkehrsregeln – Bringen Sie ihr Wissen auf den neuesten Stand!

Für die meisten Autofahrer, junge oder alte, gilt: mit dem Erwerb des Führerscheins wird die Beschäftigung mit Verkehrsregeln erst einmal ad acta gelegt. Hat man die Fahrerlaubnis einmal in der Tasche, sind die Prüfungsbögen mit all dem ‚Theorie-Kram‘ schnell verstaut – und auch vergessen.

Unterdessen werden immer wieder auch neue Verkehrsregeln eingeführt. Was gilt beim "grünen Pfeil" für Rechtsabbieger? Was bedeutet noch mal dieses runde Schild mit Balken in der Mitte? Wie funktioniert korrekterweise das Einfädeln im Kreisverkehr? Hier ist es immer wieder sinnvoll, das eigene Basiswissen aufzufrischen und auf den letzten Stand zu bringen.

Auffrischung in der Fahrschule – Keine Prüfung!

Für solche allgemeinen Fragen, aber insbesondere zum Test der eigenen Fahrkünste bieten viele Fahrschulen besondere Probefahrten an, die für Senioren und Fahrer jeden Alters die unverbindliche Möglichkeit bieten, die Fahrtauglichkeit abchecken zu lassen. Dabei setzt sich der Fahrlehrer einfach bei einer vereinbarten Fahrt, am besten mit dem eigenen Pkw, für eine Weile neben das Steuer und gibt seine Einschätzung zu Fahrstil und Fahrverhalten ab.

Dabei muss niemand befürchten, dass die Beobachtungen möglicherweise negative Konsequenzen nach sich ziehen könnten. Die Probefahrt ist keine zweite Prüfungsfahrt. Allenfalls Empfehlungen und Hinweise gibt der Fahrlehrer mit auf den Weg, worauf in Zukunft eventuell besonders zu achten wäre. Auch schon das richtige Einstellen des Autositzes oder des Rückspiegels kann dazu zählen.

Eigenverantwortung üben: Führerscheincheck machen !

Zum eigenen und dem Schutz der Mitmenschen wird empfohlen, ab 60 Jahren den Führerscheincheck zu machen. Die bestandene Fahrerlaubnisprüfung ist Jahrzehnte her, die Anforderungen im Straßenverkehr erheblich gestiegen. Auch der zunehmende Verkehr, gerade in Großstädten, führt häufig zur Überforderung der Senioren. Um seine Fahrtüchtigkeit zu testen, bieten Fahrschulen, der ADAC und die Dekra entsprechende Kurse an.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Fahrtüchtigkeit!

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage, wären zwei Drittel der Auto fahrenden Senioren bereit, das Fahrzeug stehen zu lassen, sofern ihr Arzt dazu rät.  Obwohl sich die meisten Senioren regelmäßig beim Arzt durchchecken lassen, sprechen nur wenige mit ihrem Arzt über den Einfluss der Gesundheit auf die Fahrtüchtigkeit.  Nehmen Sie deshalb Ihren Hausarzt mehr in die Pflicht.