Polizeihund © Polizei RLP

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Polizeihund

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Je nach Eignung der Hunde (hier ist vor allem ein hoher Spiel- und Beutetrieb erforderlich) und Bedarf bei den einzelnen Polizeipräsidien, werden die nun ausgebildeten Diensthunde dann in einem bis zu dreimonatigen Speziallehrgang zu einem „olfaktorischen Spezialisten“ auf einem der für die Polizei wichtigen Gebiete ausgebildet.

Derzeit verfügt das Polizeipräsidium Koblenz über 16 Rauschgiftspürhunde, 7 Sprengstoffspürhunde, 2 Leichenspürhunde, 2 Geldscheinspürhunde, einen Brandmittelspürhund und wie bereits erwähnt über einen Personenspürhund.

Rauschgiftspürhunde  sind in der Lage, alle gängigen Drogen wie Haschisch, Marihuana, Heroin, Kokain  Opium, Amphetamine, Ecstacy-Pillen und alle anderen synthetisch hergestellten Drogen zu finden und anzuzeigen. Zwei unserer Rauschgiftspürhunde wurden zusätzlich noch zum Auffinden von Geldscheinen ausgebildet.

Das Spezialgebiet der Sprengstoffspürhunde umfasst neben der Suche nach Sprengstoffen auch das Auffinden von Schusswaffen, Munition, Hülsen, Selbstlaboraten und sonstigen Geschossen.

Der Brandmittelspürhund bekommt ein Geschirr angelegtEbenso wichtig für die kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit sind Leichenspürhunde und Brandmittelspürhunde.
In beiden Fällen liegt dem Einsatz eines der vorgenannten Spezialhunde meistens der Verdacht eines Verbrechens (Tötungsdelikt oder Brandstiftung) zugrunde.Der Brandmittelspürhund bekommt ein Geschirr angelegt

Die Leichenspürhunde sind in der Lage mit ihrer hervorragenden Nasenarbeit Leichen oder Leichenteile sowie menschliches Blut oder Anhaftungen davon noch nach Monaten oder Jahren aufzunehmen und den Ermittlern anzuzeigen.

Die Brandmittelspürhunde detektieren schneller und besser als zurzeit jedes technische Gerät der Welt, ob bei der Ursachenlegung eines Brandes ein sog. „Brandbeschleuniger“ (Diesel, Benzin, Verdünner, Aceton, etc.) verwendet wurde.

Die Personenspürhunde oder auch Mantrailer genannt, gehen wie folgt an die Arbeit. Bodenveränderungen interessieren ihn nicht. Der Personenspürhund (PSH) orientiert sich am individuellen "Körpergeruch" der gesuchten Person. Dafür benötigt der Hund eine Riechprobe, in der Fachsprache "Identifikationsgegenstand" (IG). Hat er den Geruch vom IG aufgenommen, vergleicht er diesen mit der "Duftfahne", die der Gesuchte in seiner Umwelt hinterlassen hat. Pro Minute verliert ein Mensch bis zu 40.000 mikroskopisch kleine Hautzellen. Bei deren Zersetzung werden Stoffwechselprodukte frei, z.B. Fettsäuren. Damit arbeitet der Personenspürhund.
Ähnlich einer Parfümfahne werden aber auch jene mikroskopischen Teilchen, die jeder Mensch ständig verbreitet, vom Winde verweht. Fast nie lagern sie sich exakt entlang der Laufspur einer Person ab. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich die abgestoßenen Zellen, in der Fachsprache "Rafts" genannt, mit der Luft verteilen, erst verzögert zu Boden sinken oder an Hindernissen hängen bleiben. Ein Abstand von 100 Metern zwischen Laufspur und Geruchsspur ist keine Seltenheit. Je nach baulichen Verhältnissen und Wetterlage können sich die "Rafts" mal nahe der Laufspur ablagern, kurz darauf auch wieder weit entfernt. Der Personenspürhund verfolgt diese Duftstellen nicht selten im Zickzack, überwindet dabei Hindernisse, wechselt öfter die Straßenseite und wirkt dadurch weniger zielstrebig als der Fährtenhund. Doch dieser Eindruck täuscht: Punkt für Punkt verfolgt der PSH den Geruch, der zum I-Gegenstand passt – und nur diesen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Diensthund aus der heutigen polizeilichen Arbeit sowohl als Schutz- als auch als Spezialhund zur Unterstützung der Fachdienststellen innerhalb unserer Organisation nicht mehr wegzudenken ist.

Beim PP Koblenz verrichten die Diensthundeführer in festen Dienstgruppen ihren Dienst 24 Stunden rund um die Uhr zur Unterstützung der Kollegen der Polizeidienststellen des Präsidialbereiches und darüber hinaus.

Neben der Arbeit mit dem Diensthund werden von der Diensthundestaffel im Rahmen der Amtshilfe für die Kommunen Gutachten nach dem Landeshundegesetz über die Gefährlichkeit von Hunden erstellt.

Das Erreichen und Halten des erforderlichen hohen Leistungsniveaus macht natürlich auch ständige Aus- und Fortbildung erforderlich, so dass man sagen kann, die Diensthunde sind „Ewige Studenten“.

Neben dem täglichen Dienst in der Kriminalitätsvorbeugung und – Bekämpfung hält das Polizeipräsidium Koblenz auch eine „Vorführgruppe“ als freiwilligen Zusammenschluss von zehn Diensthundeführern vor, die mit hohem schauspielerischen Können die Arbeit der Diensthunde und ihrer Führer auf interessante, lustige und kurzweilige, aber dennoch informative Art und Weise bei den verschiedensten öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen den Menschen nahe bringen.